• Werbung der Firma Bleyle. Bekannt für ihre Matrosenanzüge.
  • Werbung der Firma Bleyle für Geschäftskleidung
  • Eine Wand voller Werbeschilder in unserem Depot.

Hingucker

Wir alle haben unsere Lieblingsdinge. Für jeden persönlich sind sie ein Hingucker. Es können Neuankömmlinge in der Sammlung sein. Oder auch Objekte mit denen wir uns in der Recherche intensiv auseinandersetzen. Manchmal sind es auch Dinge, die uns auch einfach nur gefallen. Die Hingucker sind also nicht unbedingt die „Kronjuwelen“, die wir ja sowieso nicht haben, sondern man könnte sagen, es sind Objekte mit Charakter. Zumindest einem Charakter, der uns anspricht.

In dieser Rubrik stellen wir Euch diese Objekte vor. Jeder aus seiner persönlichen Sicht und mit seinem professionellen Blick. Dabei stellt man fest, dass vielleicht ein Ethnologe die Dinge anders betrachtet als eine Kunsthistorikerin. So erhaltet Ihr Einblick in unsere Sammlung und könnt kommentieren, ob das Objekte sind, die Ihr gerne in einem Museum sehen wollt.

Von unseren Werbeschildern bin ich immer wieder beeindruckt. Sie vermitteln auf ganz einfach Weise sehr viel über Stil und Ästhetik ihrer jeweiligen Entstehungszeit. Im Depot haben wir versucht sie einigermaßen thematisch zu ordnen. Hier sind es hauptsächlich Textilwaren. Stuttgart war recht bedeutend für die Textilindustrie. Namen wie Benger, Bleyle, Kübler, Vollmöller stehen exemplarisch dafür. Diese Schilder dürfte alle in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Zum Teil sind es Werbeschilder die an Häuserwänden angebracht wurden, oder als Aufsteller im Schaufenster platziert waren. Bei genauerem Betrachten kann man auch erfahren, wie früher mit Kleidung umgegangen wurde. „Schonen Sie Ihren Anzug. Tragen Sie im Beruf Bleyle Geschäftsrock.“ Wer es sich leisten konnte, schonte seinen Anzug für den Sonntag oder das Theater und trug eigens angeschaffte Berufskleidung im Büro.

Ebenso sind auch die Matrosenanzüge für Jungen interessant, die sehr lange in Mode waren und durch die Marinebegeisterung im Deutschen Reich ihren Aufschwung erlebt hatten. Die Firma Bleyle war in ganz Deutschland für seinen Matrosenanzüge bekannt. Wer heute noch so einen Anzug im Schrank von seinen Großeltern oder Urgroßeltern besitzt, hütet ihn meist wie seinen Augapfel.

Für mich selbst ist die Entwicklung der Vielfalt in der Warenwelt besonders beeindruckend und mit ihr die Entstehung von Werbung. Es wird nicht mehr auf Bestellung produziert, sondern die Hersteller versuchen die Gunst der Kunden zu erhalten. Sie müssen argumentieren, warum sie das beste Produkt haben und warum man gerade noch diesen zusätzlichen Geschäftsrock benötigt. Das Ganze ist aber etwas paradox: wir werden heute überflutet mit Werbung und versuchen ihr zu entkommen, blicken wir jedoch auf diese alten Werbeschilder, sind wir ganz von ihnen angetan.

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