• Rudolf Kreitleins Schiedrichterausweis vom Deutschen Fußball-Bund, Gültig von 1966-68
  • Diese Notizkarte füllte Rudolf Kreitlein zum WM-Spiel England gegen Argentinien 1966 aus
  • Fototisch im Depot des Stadtmuseums Stuttgart
  • Die Objekte des Nachlasses von Rudolf Kreitlein wurden für den Transport ins Museum sorgfältig verpackt
  • Verschiedene Nähutensilien von Rudolf Kreitlein in einer Schachtel

Wer hat’s erfunden? Rudolf Kreitlein!

Am Freitag hieß es für mich raus aus dem Büro im Tagblatt-Turm und ab nach Bad Cannstatt in unser Depot. Dort warteten Objekte auf mich, die viel erzählen können über das Leben von Rudolf Kreitlein. Er machte eine wichtige Erfindung für den Fußball. Diese Objekte gehen jetzt in unsere Sammlung über und wie das passiert, erfahrt ihr in diesem Blog.

Erst einmal will aber Kreitleins Erfindung genannt werden (man stelle sich hier bitte Trommelwirbel vor): Die rote und die gelbe Karte. Heute kaum mehr aus dem Fußball wegzudenken, aber es gab tatsächlich eine Zeit, in der Schiedsrichter keine Karte aus der Tasche ziehen konnten. Kreitlein hat das geändert. Er lebte in Stuttgart und war Schneider und Schiedsrichter.

Zusammen mit seinem englischen Kollegen Ken Aston entwickelte er nach dem WM-Spiel England-Argentinien, das am 23. Juli 1966 im Wembley-Stadion von Kreitlein »gepfiffen« wurde, die Idee für die rote und gelbe Karte. Der Auslöser war folgender: Kreitlein wollte den argentinischen Mannschaftskapitän Antonio Rattin in der 35. Minute vom Feld verweisen, was Rattin wiederum gar nicht begeisterte. Es kam zur Auseinandersetzung zwischen den beiden. Das Problem: Sie sprachen keine gemeinsame Sprache. Kreitlein empfand den Ton des Argentiniers als beleidigend. Rattin erklärte im Nachhinein, er habe lediglich einen Dolmetscher gefordert, um sich mit Kreitlein verständigen zu können. Die Lösung: Eine gelbe und eine rote Karte, mit denen wortlos Anweisungen vom Schiedsrichter an die Spieler gegeben werden können.

Auf einer Notizkarte, auf der Schiedsrichter damals »Verwarnungen, Zeitstrafen und Platzverweise« eintragen konnten, hat Kreitlein mit Bleistift Anmerkungen zum Vorfall mit Rattin notiert. Am Freitag lag sie nun auf unserem Fototisch im Depot. Daneben auch alle anderen Gegenstände von Rudolf Kreitlein, die wir in unsere Sammlung aufnehmen. Alle noch sorgfältig verpackt vom Transport ins Museum. Alle diese Gegenstände werden in den nächsten Wochen von mir inventarisiert. Das heißt, sie werden alle fotografiert – von vorne, hinten, oben und unten. Dann werden sie genauestens beschrieben, vermessen, mit einer Inventarnummer versehen und vor allem recherchiere ich, welche Geschichte uns das jeweilige Objekt erzählt.

Auf den Spuren von Rudolf Kreitlein – ich habe spannende Wochen vor mir!

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