• Mauspad und USB-Bus
  • Schreibtisch Anja Dauschek
  • Arbeitsverlagerung auf den Beistelltisch.

Schreibtisch, der zweite

Leichtsinnig habe ich mich darauf eingelassen, meinen Schreibtisch zu portraitieren! Hier ist er also und ich bekenne mich damit als „Volltischlerin“.  Das hat aber auch mit meinen Aufgaben zu tun – hinter der etwas länglichen Stellenbezeichnung „Leiterin des Planungsstabs Stadtmuseum“ steckt gerade nicht nur die Planung des Stadtmuseums im Wilhelmspalais, sondern auch der Betrieb der bestehenden Häuser, die Planung des neuen Heimatmuseums Plieningen und die Vertretung der Stadt bei der Vorbereitung des Erinnerungsortes Hotel Silber. Der Job ist also vielseitig und bringt immer wieder Neues, macht  aber – frei nach Karl Valentin – auch viel Arbeit und schafft entsprechende Stapel.

Auf meinem Schreibtisch landen Angebote und Rechnungen, Protokolle aller Art, Anfragen des Gemeinderats und Kooperationsanfragen, es entstehen Budgetpläne, Haushaltsvorlagen, Ausschreibungen, Verträge, Gemeinderatsdrucksachen, Projektanträge, Marketingstrategien, Kooperationsideen und die eine oder andere Idee fürs Museum. Viele Dinge könnte ich ohne das Team des Planungsstabs gar nicht schaffen, außerdem würde das auch viel weniger Freude machen. Aktuell liegt hier der Baubeschluss fürs Stadtmuseum, der als Gemeindratsdrucksache (kurz: „GRDrs“) Nr. 841/2013 am 6. Dezember in den ersten Gemeinderats-Ausschuss eingebracht wird.  Und alle Unterlagen für die laufenden Haushaltsverhandlungen für den nächsten Doppelhaushalt 2014/15, die für uns nicht nur aber auch mit Blick auf die mögliche Neueinrichtung des 1.OG im Stadtmuseum Bad Cannstatt wichtig sind. Daumen drücken! Dann gibt es noch den Flyer-Entwurf für die Ausstellung „Lesbisch Jüdisch Schwul“, die wir am 26. Januar 2014 in Kooperation mit dem Zentrum Weissenburg e.V. zeigen und (ups, schon wieder Dezember!) den Entwurf der Weihnachtskarte, der in diesen Minuten zum Drucker geht und die noch umzusetzenden Social Media Richtlinien der Stadt (aber das habe ich an Markus Speidel delegiert!) . So ganz am Rande (das bezieht sich jetzt aber nur auf den Stapel, der nicht ganz im Bild ist) arbeite ich auch noch ein zwei Ausstellungsbereichen, das ist zum einen die NS-Zeit und zum anderen die Geschichte der Vertriebenen.

So ein Schreibtisch ist etwas sehr persönliches. Dies zu erforschen hatte ich Gelegenheit in einem studentischen Ausstellungsprojekt anno domini 1990 am Institut für deutsche und vergleichende Volkskunde in München. Unser Projekt dokumentierte „Schreibtisch-Kleinaltäre“ mit seltenen Ü-Ei Figuren, allen erdenklichen Glücksbringern und ausgefallenen Pflanzen-Arrangements. Mein Klein-Altar ist fahrbar – der rote VW-Bus (hier als USB-Stick) erinnert mich an meinen inzwischen leider verstorbenen (braunen) Bus und viele schöne Reisen. Mousepad und Kaffeetasse – letztere nicht im Bild, aber meistens da – stammen natürlich aus Museumsshops, denn man muss solidarisch mit den Kollegen konsumieren. Meine prä-digitale Existenz materialisiert sich im Rolodex – der schnelle analoge Adresszugriff ist durch nichts zu ersetzen!

Natürlich habe ich vor den Fotos ein bisschen aufgeräumt. Der Wahrheit verpflichtet muss ich deshalb auch meinen Besprechungstisch zeigen, der zugegebenermaßen nicht immer für Besprechungen genutzt werden kann. Dahinter an der Wand dient das „Looking Shelf“ von Richard Wentworth für museale Fundstücke. Von ihm stammen übrigens auch meine Lieblings-Milchkaffeegläser mit dem rästelhaften Namen „Meniscus“, in denen man Kaffee in ‚oral temperament‘ oder ‚liquid time elapsed‘ messen kann. Oben auf dem Looking Shelf steht die Taschen-Version des Werkes „There is no Place like Home“ des kanadischen Künstlers Ken Lum – das Original waren im Jahr 2000-01 ganze Plakatwände am Wiener Karlsplatz, die nicht ins Büro gepasst hätten.

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