Einfacher Christbaumschmuck aus der Nachkriegszeit. Goldfäden sind an ein Stück Papier geklebt und mit roten Schleifen versehen.
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Zweites Adventstürchen – Baumschmuck

Letzten Sonntag habe ich einen Chanukka-Leuchter vorgestellt. Das heutige Objekt wirkt hingegen kaum museal. Goldfäden auf einem Stück Papier notdürfttig angeklebt und daran noch rote Schleifen angebracht, so stellt man sich nicht wirklich Museumsobjekte vor. Doch auch dieses Objekt wirft wieder Fragen auf und diese lassen sich wiederum unterschiedlich leicht beantowrten.

In die Sammlung kamen diese beiden Stücke im Mai 1963. Gebracht von einer Frau aus Hohenheim. Das Wenige was wir zu den beiden Objekten wissen ist, dass  sie laut Inventar »Christbaumschmuck aus der Zeit 1945 -1948« sind. Das erklärt zumindest ihre Einfachheit. Die ersten Winter nach dem Krieg waren sehr kalt und die Versorgung mit Lebensmitteln war in Deutschland noch immer extrem schwierig. Christbaumschmuck spielte eine nachgeordnete Rolle. Aber er war wohl trotzdem so wichtig, dass er nach dem Krieg herausgekramt wurde und die Menschen endlich wieder ein friedliches Weihnachten feiern wollten.

Aber wer hatte seinen Baum hiermit geschmückt? War der bisherige Baumschmuck bei einem Bombenangriff zerstört worden? Musste die Familie fliehen und ihren bisherigen Schmuck zurücklassen?  Oder war es der erste Baumschmuck eines jungen Paares, das sich noch keinen anderen Weihnachtsschmuck leisten konnte? All diese Fragen können wir heute nicht mehr beantworten. Wir haben lediglich einen einfachen Weihnachtsschmuck aus einer Zeit, die endlich wieder Frieden kannte.

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