• Mit Blaulicht, Martinshorn und drei Fahrzeugen nahm die Berufsfeuerwehr Stuttgart an der Übung teil.
  • So haben wir das fiktive Depot zugerichtet bevor die Übung losging.
  • Neben der Verwüstung haben wir auch die Objekt ordentlich schmutzig gemacht.
  • Disconebel ersetzt einen richtigen Brandherd,.
  • Die Notfallbeuftragte allermiert die Feuerwehr unter Beobachtung des SWR Fernsehens.
  • Feuerwerh rückt an und beginnt Löscharbeiten.
  • Die Feuerwehr beginnt mir ihrer Arbeit.
  • Die vermissten Mitarbeiterinnen sind durch die Feuerwehr gerettet. Sie tragen dafür diese Schutzhaube.
  • Die Feuerwehr arbeitet sich durch dichten Rauch um die Brandquelle zu finden. (Foto: Beck)
  • Der Rauch muss aus dem Gebäude geblasen werden, das geschieht an einer Nebentür. (Foto: Beck)
  • Die Notfallboxen für die Erstversorgung werden herangeschafft. (Foto: Dressen)
  • Das Erstversorgungszentrum ist eingerichtet und nimmt seine Arbeit auf.
  • Im havarierten Depot werden die Kulturgüter so schnell wie möglich nach Wichtigkeit gerettet. (Foto: Funck)
  • Die Kette überwindet die Strecke vom Schadensort zum Erstversorgungszentrum und braucht jede Menge helfende Hände.
  • Die ersten Kisten mit feuchten Akten kommen oben an.
  • In den kleinen Kisten wird das geborgene Museumsgut sicher transportiert.
  • Nachdem das Kulturgut durch das Erstversorgungszentrum durch ist, wird es sortiert, je nach notwendiger Weiterbehandlung.
  • Ganz wichtig! Nach der Übung Feedback geben.
  • Zwei Beobachter beobachten (und werden dabei beobachtet). Rechts bin ich. (Foto: Dressen)

Drama, Baby, Drama!

Gestern war es richtig aufregend. Blaulicht, dichter Rauch, Feuerwehr, vermisste Mitarbeiterinnen und ein abgesoffenes Depot. Im Rahmen einer Übung des Notfallverbundes für Stuttgart haben wir mal richtig ernst gemacht. Das hieß zunächst früher aufstehen als sonst. Bereits um 7:45Uhr war Übungsbeginn und wir haben in den Kellerräumen des Alten Schloßes unser sorgfältig für die Übung eigens eingerichtetes Depot verwüstet. Wasser und Matsch ließen den kleinen fiktiven Depotraum zum Katastrophenszenario werden. Und ich muss gestehen, dass es schon mal Spaß macht mit dem Gartenschlauch auf Bücher (aussortierte Duplikate) und Archivalien (ebenfalls aussortiert) draufzuhalten. Unsere Exponate (Fundstücke vom Sperrmüll) wurden durch Versenken in Matscheimern präpariert.

Um 9:15Uhr gings los. Im Keller wird die Nebelmaschine mit Diskonebel angeworfen. Innerhalb kürzester Zeit sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Der Strom ist abgestellt und damit wird es zapfenduster. Zwei Kolleginnen aus dem Landesmuseum warten unter diesen Bedingungen im Keller um von der Feuerwehr gerettet zu werden.

9:30 Uhr Die Feuerwehr wird alarmiert.

9:33 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn rasen drei Feuerwehrfahrzeuge in den Innenhof des Alten Schloßes und beginnen sofort mit dem Auslegen von Schläuchen. Sie ziehen sich Atemmasken über und stürmen in den Keller, um nach den Vermissten zu suchen.

9:36 Uhr Beide Vermisste sind gerettet und froh, dass das nicht der Ernstfall war.

9:45 Uhr Der „Brand“ ist gelöscht und die Feuerwehr beginnt mithilfe eines Ventilators mit der Entrauchung des Gebäudes.

10:00 Uhr Die Feuerwehr übergibt das Gebäude an die Einsatzleitung des Notfallteams.

Ab diesem Moment sind wir dran und all das, was wir in den letzten Monaten und Jahren in vielen Sitzungen ausgearbeitet hatten, sollte jetzt überprüft werden. Wie schnell kann das Kuulturgut geborgen werden, wie gut klappt die Erstversorgung vor Ort und kommen die nicht vorbereiteten Mitarbeiter mit unseren Arbeitsmaterialien klar? Meine Tätigkeit ist entspannt. Ich bin Beobachter. Bei den anderen macht sich rege Betriebsamkeit breit. Wir haben 40 Helfer vor Ort, alles Mitarbeiter aus dem Landesmuseum Württemberg, der Württembergischen Landesbibliothek, dem Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg und selbstverständlich von uns. Die Notfallbeauftragte sammelt alle um sich: die Helfer werden registriert und mit gelben Armbändern gekennzeichnet, eine erste Gruppe rast los um die Notfallboxen aus der Restaurierung zu holen, eine andere Gruppe verschließt die Tore zum Innenhof, eine dritte Gruppe leuchtet die dunklen Räume aus. Inzwischen macht sich die Notfallbeauftrage auf dem Weg zum Schadensort. Begutachtet, fotografiert und dokumentiert. Dann wieder eine kurze Versammlung. Eneut werden drei Teams gebildet. Ein Team soll im Depot bergen, ein zweites organisiert die Erstversorgung in einem Zelt im Innenhof und ein drittes Team transportiert die Objekte per Menschenkette vom Schadensort zur Erstversorgung.

Wenige Minuten später kommen die ersten Kisten mit geretteten Büchern aus dem Keller ans Tageslicht. Sie werden mit ihrer Signatur verzeichnet, fotografiert, auf Schäden geprüft und entsprechend versorgt. Nasse Bücher werden in Folie eingepackt und würden später in eine Gefrieranlage gebracht werden. Kurze Zeit danach tauchen dann auch die ersten Museumsobjekte auf. Auch sie werden wie die Bücher behandelt: Verzeichnet, fotografiert, behandelt. Es fängt an routiniert zu werden, doch dann fehlen plötzlich Transportkisten, die Kette liefert die Objekte schneller an, als sie im Erstversorgungszentrum behandelt werden können. Die Notfallbeauftragte muss eingreifen, schnell reagieren und Lösungen finden. Es werden zusätzliche Kisten herangeholt, das Versorgungszentrum kann nicht vergrößert werden, das Zelt ist zu klein. Der Engpass bleibt.

Nach einer Stunde und 15 Minuten ist der Schadensort evakuiert. Die Objekte, Bücher und Archivalien türmen sich vorm Erstversorgungszentrum. Die Helfer sind erschöpft. Sie werden mit Essen und Getränken versorgt. Die Übung ist zu Ende.

Es beginnt die Feedback-Runde: alle Teilnehmer berichten was gut lief, was danaben ging oder was fehlte. Dann geben wir Beobachter unsere Meinung ab und lassen die letzten zwei Stunden Revue passieren. Vieles hat funktioniert, einiges lief noch nicht optimal, aber eine Erkenntnis ist zentral: diese Übung kann nur ein Anfang sein. Um für den Gefahrenfall gewappnet zu sein müssen wir üben, üben, üben.

Ein großer Dank an dieser Stelle an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesmuseums Württemberg, der Württembergischen Landesbibliothek, dem Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg und von uns die an dieser Übung freiwillig teilgenommen haben. Und einen weiteren Dank an die Berufsfeuerwehr Stuttgart. Sie alle waren super!

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