• Eine Terrine aus Porzellanerde vom Bopser.
  • Die Porzellanerde war nicht ganz so weiß, wie es gewünscht war.
  • So sah der Bopserbrunnen mit seiner gusseisernen Trinkhalle 1903 aus.
  • Gedenktafel zur Erinnerung an die Umgestaltung der Bopser-Anlage 1884 und zur Ehrung des ehemaligen Oberbürgermeisters und späteren württembergischen Innenminister von Sick.

Hohenheimer Straße, 70180 Stuttgart

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Stuttgarter Porzellan

Stuttgart ist nun wahrlich nicht bekannt für sein Porzellan, eigentlich kann man gar nicht auf die Idee kommen, dass Porzellan aus der Landeshauptstadt kommt. Ganz anders Ludwigsburg. 1758 wurde hier die Porzellan-Manufaktur gründet, Aushängeschild des württembergischen Hofes. Damit war Württemberg spät dran im Vergleich zu anderen europäischen Herrscherhäusern. Wer etwas auf sich hielt benötigte seine eigene Porzellan Manufaktur. Die Gründungszeit führt uns jedoch nach Stuttgart.

Um Porzellan herzustellen benötigt man Porzellanerde, der Fachbegriff lautet Kaolin. Und da hätte es sich angeboten, wenn es von diesem in der Nähe von Ludwigsburg welches gegeben hätte. Damit wären teure Einkäufe und lange Transportwege unnötig gewesen. Also wurde an verschiedenen Stellen gesucht. Auch in Stuttgart. Und 1762 man fand Porzellanerde. Am Bopser gab es Vorkommen. Man unternahm damit Brennversuche. Was dabei herauskam, kann auf den Bildern betrachtet werden. Da sagt der Schwabe gern: »Schee is net, aber selda.« [Schön ist es nicht, aber selten]. Dieses Stück ist wohl eines der ganz wenigen Stücke die aus Bopser-Erde hergestellt wurden. 1807 wurde noch in den »Mineralogischen Beiträgen vorzüglich in Hinsicht auf Württemberg und Schwarzwald« beschrieben:

Vor mehreren Jahren befand sich auf dem Gipfel des Bopsers, rechts an dem Weg nach Hohenheim, eine Thongrube, die wahrscheinlich wegen des Antheils an Feldspath, der sich in dem Thon vorfand, und wodurch dieser sich der Porzellanerde näherte, nach Ludwigsburg geführt, und in der dortigen Porzellanfabrik als Zusatz gebraucht wurde.

Der Bopser hatte also nur eine kurze Tradition als Porzellanerdenlieferant. Aber wie so oft, sucht man das Eine und findet das Andere. Bei der Suche nach der wertvollen Erde stießen die Arbeiter auf eine Quelle. Gutes schmackhaftes Wasser wurde gefunden und ein Brunnen eingerichtet. Dieser Brunnen stellte den Mittelpunkt der ersten städtischen Anlage dar, die hier 1822 angelegt wurde. Finanziert vom Bürgerausschuss, in dem sich die Bürger der Stadt engagierten. Lange vor dem Stadtgarten, der erst 1870/71 realisiert wurde, entstand hier eine Grünanlage aus bürgerlicher und nicht königlicher Hand. Der Brunnen erhielt 1840 eine Trinkhalle und in den 1880er entschied man sich für eine Neugestaltung. 1884 wurde die steinerne Trinkhalle duch einen gußeisernen Pavillon ersetzt. An diesen wurde die Gedenktafel angebracht mit der der ehemalige Stuttgarter Bürgermeister von Sick geehrt wurde. Aus seinem Erbe wurde diese Neugestaltung mitfinanziert.

1939 wurde dieser Pavillon abgebrochen. 1950 kam die Tafel in unsere Sammlung und seit 1951 wird der Brunnen nicht mehr mit Quellwasser sondern mit Leitungswasser gespeist. In den 1990er Jahre wurde die Anlage neu gestaltet.

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