• Komplett eingerichtetes Wohnzimmer einer Waldorf Puppenstube
  • Skizze des eingerichteten Wohnziummers
  • Komplett eingerichtetes Schlafzimmer einer Waldorf Puppenstube
  • Skizze des eingerichteten Schlafzimmers
  • So sahen die Puppenmöbel am Stand aus.
  • Werbung für Waldorfspielzeug aus Stuttgart.

Spielend in die Ausstellung

Die Geschichte beginnt noch im letzten Jahr. In den Räumen des Kunstvereins fand eine Antiquariatsmesse statt und wie so oft üblich, schaut man eben mal vorbei, ob es nicht doch ein paar sehens(!)werte Bücher zu Stuttgart gibt. An sich bin ich ja kein großer Freund davon Bücher auszustellen, denn sie sollten besser gelesen werden, aber trotzdem wagte ich den Gang zum Schloßplatz, auch weil ich mir vor Weihnachten gerne noch solche Beschäftigungen suche. Selbstverständlich waren die Stände über und über gefüllt mit Büchern, und manche Händler waren auch spezialisert auf Stuttgart. Es war jedoch nichts dabei, was mir an dem Tag so recht schmecken wollte, also machte ich mich auf den Rückweg.

Als ich einen Stand aus Wien passierte, irritierte mich jedoch etwas Gelbes, das ich nur ganz am Rand meines Blickwinkels wahrgenommen hatte. Auf solchen Messen dominieren eher die Farben braun, grau und schwarz. Ich blieb also stehen und schaute genauer hin. Es waren tatsächlich Puppenmöbel in einer Vitrine, und in ihrer Form erinnerten sie mich eher an Möbel, die von anthroposophischen Künstlern hergestellt wurden. Und tatsächlich: die Möbel stammten aus einer Stuttgarter Waldorfspielzeugfabrikation. Ein Glücksfall. Aufgeregt fragte ich den Standbesitzer, ob den die paar Puppenbetten alles seien, und erfuhr, dass er die ganzen Puppenstube bestehend aus zwei Zimmern inklusive aller Möbel und Originalverpackung im Besitz habe und auch noch den Kontakt zur Ersteigentümerin hält. Zudem hatte er noch einen Katalog des Unternehmens mit dessen Hilfe sich das Objekt auf die späten 1920er datieren ließ. Es war also sofort klar, dass wir dieses Stück Stuttgarter Stadtgeschichte unbedingt besitzen mussten. Der Preis war jedoch enorm, aber solche Objekte sind nunmal (vor allem in diesem Zustand) selten und damit teuer. Ich erbat mir Bedenkzeit, um mich mit den Kolleginnen zu besprechen. Diese teilten meine Meinung, wir mussten nur die Finanzierung regeln. Doch glücklicherweise sprang uns hier die Mahle-Stiftung bei und der Weg für die Anschaffung war frei!

Ich bin noch immer ganz begeistert von dieser Erwerbung, da wir damit auf sehr kleinem Raum viel über die Waldorfschule und anthroposophische Gestaltung erzählen können. Zumal die Puppenstube wirklich liebevoll gefertigt ist und nach fast 90 Jahren noch immer in einem tadllosen Zustand ist, sie musste wohl immer sehr pfleglich behandelt worden sein, aber das werden wir in einem Gespräch mit der Erstbesitzerin noch ergründen; einer Mundartschriftstellerin aus Österreich.

Noch ein paar Worte zum Hersteller und die Geschichte des Objekts: im Jahre 1926 wurde der „Waldorfschul- Spielzeug und Verlag“ gegründet, um entsprechende Materialien für die 1919 gegründete Waldorfschule zu liefern. Der Sitz war in Stuttgart und in den Werkstätten entstand auch diese Puppenstube, die die Eigentümerin bei einem Preisausschreiben gewonnen hatte. Und da wir in der Dauerausstellung das Thema Waldorfschule behandeln möchten, lag es nunmal sehr nahe die Puppenstube anzuschaffen. Inzwischen befindet sie sich in unserem Besitz und geht bis zur Eröffnung nun ins Depot. Ihre Anschaffung wurde mit Mitteln der Mahle-Stiftung ermöglicht.

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  1. Su-per-schön!

    Bin heute am Berliner Platz an einer Gruppe Schülerinnen vorbeigelaufen und habe folgenden Kichertratschschnipsel aufgeschnappt: „So blöd, dass wir jetzt noch drei Jahre warten müssen.“

    Die Mädels können nur vom Stuttgarter Stadtmuseum gesprochen haben! 😉

    Buchstabenbunte Grüße
    von das A&O

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