Wir sind Cabrio!

Auf unserer Baustelle geht es jetzt richtig zur Sache. Das Gerüst, das von außen sichtbar ist lässt zwar schon auf die  Aktivität im Inneren schließen. Aber das Drama im Inneren machen die Bilder von Achim Birnbaum, unserem furchtlosen Baustellen-Fotografen und der ebenso tapferen Friedericke Gehlenborg, Mitarbeiterin der städtischen Pressestelle, erst so richtig deutlich.

Das Dach ist weg und das Wilhelmspalais ist jetzt ein Cabrio mit toller Aussicht auf die Stadt und die vielen anderen Baustellen in der Nachbarschaft. Dieser neue Blick und die Sommersonne verführen zum Gedanken, ob nicht ein Dachgarten mit Pool auch eine nette Sache wäre.  Aber wir wollen unseren Besuchern ab 2017 doch ein Dach überm Kopf bieten – das erscheint in unseren Breitengraden langfristig sinnvoller als ein Museumscabrio.

Gerade wird der Ausbau von 1965 von den Originalwänden aus dem Jahr 1840 gelöst. Dazu wird die Betondecke am Rand perforiert. Das sieht aus wie der Rand einer Briefmarke, nur eben deutlich größer und in Beton.  Damit die Außenwände, die Giovanni Salucci 1840 bauen ließ, auch ohne den Innenausbau der 1960er Jahre ungefährdet stehen bleiben, ist das ganze Gebäude mit wuchtigen Stahlträgern „korsettiert“. Die dunklen Stahlträger, die man auch von außen sieht, stützen die Wände von innen und außen gleichermaßen. Ziel ist, Anfang November in einer völlig leeren Gebäudehülle den Grundstein für das neue Stadtmuseum legen zu können. Dafür wird jetzt Geschoss für Geschoss rückgebaut.

Damit später schweres Baugerät ins Haus kommen kann, wurde sehr vorsichtig eine der historischen Säulen am Zugang zur Urbanstrasse entfernt. Sie steht jetzt an einem sicheren Ort und wird später wieder eingebaut.

Die letzten Spuren der Zwischennutzung, die im September letzten Jahres zu Ende ging, sind immer noch zu sehen. Florian Tiedje klebte seine Fotografien der Serie „Im Spiel als Wahl“ direkt an die Wände – als kleine Hommage an seinen Großvater Wilhelm Tiedje, der den Umbau des Wilhelmspalais zur Bibliothek 1961-65 geplant hatte.

Danke für die Bilder an Achim Birnbaum und Friederike Gehlenborg!

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