Piano Forte Fortissimo: Ein Hammerflügel für die Musikhochschule

Vor einiger Zeit konnte unser kostbarer historischer Hammerflügel der weltbekannten Stuttgarter Klavierfabrik Schiedmayer mit Hilfe von Stiftungsgeldern restauriert werden. Seitdem erklingt er wieder in seiner ursprünglichen Tonalität mit der englischen Stoßzungen-Mechanik aus dem Jahr 1864.

Genau das richtige Instrument mit dem richtigen Klang für den Einsatz im Studiengang Historische Tasteninstrumente an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart!

Beim Probespielen in unserem kühlen 18-Grad-Depot hat sich Frau Professor Stefania Neonato nicht nur warm gespielt, sondern auch Feuer gefangen für das wohlklingende und schöne Instrument, das seine zeittypische Hammerkraft und Mechanik in einem edlen Nussbaum-Wurzelholz-Gehäuse versteckt. Oberhalb der Klaviatur findet sich, werbewirksam platziert, eine Auflistung der Preismedaillen, die die renommierte und seit 1809 in Stuttgart ansässige Firma für ihre hochwertigen Flügel bis dato erhalten hatte: Qualitätsauszeichnungen gab es 1851 und 1862 bei Ausstellungen in London, 1855 folgte ein erster Preis in Paris, und auch nach 1864 blieb die Firma Schiedmayer noch lange marktführend.

Ab dem Wintersemester 2014/15 wird unser Konzertflügel nun als Leihgabe und dank Frau Professor Neonato in einem der Unterrichtsräume der Musikhochschule im praktischen Einsatz sein und mit Musik „seiner Zeit“ bespielt werden. Die Studierenden der Meisterklasse werden sich darauf mit Werken von Komponisten wie Schubert, Schumann, Chopin, Debussy oder Liszt bis zur Perfektion schulen. Zum Jahreskonzert im Konzertsaal der Musikhochschule wird öffentlich eingeladen. Musikbegeisterte werden sich dieses besondere Hörlebnis auf „unserem Schiedmayer“ wohl kaum entgehen lassen.

Der kostbare Konzertflügel stammt ursprünglich aus dem Besitz des ehemaligen kaiserlich-königlichen österreichischen Außenministers Bernhard von Rechberg (1806-1899). 2004 konnte er für die Landeshauptstadt erworben werden. Hier residierte die Firma Schiedmayer seit 1809, zuletzt ganz prominent, bis zur Zerstörung im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs in der Neckarstraße, also ganz nah am heutigen Standort der Musikhochschule.

So heißt es also: Welcome back grand piano!

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