Ein weiße Wand beschriftet mit "XY Sport und Freizeit" daran angelehnt zwei Gerüstteile. In einem Innenraum aufgenommen

Fortbildung – ein Museum planen von A- Z

Was habe ich mir da eingebrockt? Zu dem in Titel genannten Thema muss ich eine Fortbildungseinheit für unsere Volontärinnen und die VolontärInnen des Landesmuseum Württembergs halten. Ein einfach dahingeschriebener Gedanke entpuppt sich als ein Feld ohne Ende. Die Aufgabe ist innerhalb von zwei Stunden dem Museumsnachwuchs etwas zu vermitteln, was wir seit Jahren betreiben und in seinem Tätigkeitsfeld so vielseitig ist, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Es sind Bauthemen, Organisationsthemen, Stellenpläne, Ausschreibungen für Dienstleistungen, inhaltliche Setzungen, Aufbau einer Sammlung, natürlich die Entwicklung einer Ausstellung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, etc. Allein wenn ich die Themen aufzähle bin ich zwei Stunden beschäftigt und habe noch nichts über deren Inhalt erzählt.

Was also tun? Wir empfinden die Volontärsausbildung als sehr wichtig, denn wenn schon jemand für so wenig Geld arbeitet, dann soll die Person auch davon profitieren und tatsächlich danach Chancen haben eine gute Stelle in einem Museum zu bekommen. Dazu gehört eben mehr als nur die Arbeiten der angestellten wissenschaftlichen Mitarbeiter  übernehmen zu müssen, sondern auch eine theoretische Auseinandersetzung mit der Materie Museum zu ermöglichen, zudem müssen wir Werkzeuge zur Verfügung stellen, die den Volontären später helfen eine gute Arbeit zu leisten. Und ganz wichtig: das was wir heute vermitteln, was ein Museum ist und was es soll und kann, kann nur durch diesen Nachwuchs mal umgesetzt werden. Wenn wir in Zukunft also in spannende Museen gehen wollen, dann sollten wir die VolontärInnen von heute so ausbilden, dass sie genau dazu in der Lage sind solche Museen zu betreiben.

Zurück zu meiner Fortbildungseinheit. Ein Museum planen von A- Z. In diesem Lichte betrachtet eine hervorragende Möglichkeit darüber zu sprechen, wie denn das Museum der Zukunft aussehen soll und wie die Vorraussetzungen dafür geschaffen werden, um genau das zu ermöglichen. Welche Berufe muss es in einem Museum geben? und wie viele von welcher Berufssparte? Welche Bedeutung hat ein Museum in unserer Gesellschaft? Und durch welche Formate wird man dieser gerecht? Wie baut man eine Organisation auf, die immer wieder Kreativität entwickeln kann? Welche Vorraussetzungen müssen in einem Museumsbau geschaffen werden, um diesen Zielen auch den baulichen Rahmen zu geben? Das sind nur wenige Fragen, die mir dabei sofort durch den Kopf gehen. Und niemals hat man so gute Chancen diese Fragen neu und anders zu beantworten als bei einer neuen Einrichtung, die auf keine bestehenden Strukturen zurückgreifen muss oder die in einer langen Tradition verhaftet ist.

In diesem Sinne wird diese Fortbildung wohl interessant für alle TeilnehmerInnen werden. Auch für mich, denn schließlich will ich auch wissen, wass die nächste Generation von einem Museum des 21. Jahrhunderts erwartet. Ich arbeite ja schließlich schon seit fast 6 Jahren am Projekt Stadtmuseum Stuttgart, da kann man schonmal in seinen alten Denkstrukturen verhaftet bleiben.

Um 15:30Uhr geht es los. Ich bin gespannt, was die TeilnehmerInnen sagen werden.

zurück zur Übersicht
  1. Besser später als nie: Vielen, vielen Dank für die spannenden Einblicke! Wahnsinn, was so alles hinter der Neugründung eines Museums steckt! Wir finden die neuen, frischen Ideen super und sind gespannt, wie es weiter geht! 🙂 Viele Grüße aus dem LMW, Ina & Kathrin
    #Volontariat

  2. Danke für den Kommentar!
    Mir hat es auch wirklich Spaß gemacht und fände es gut solche Diskussionen ruhig öfters anzugehen!

    Markus Speidel

Schreibe einen Kommentar

Dein Kommentar wird unter unten angegebenem Namen veröffentlicht. Deine Email-Adresse wird nicht angezeigt. Hinweise zum Datenschutz findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

− 2 = 2