• Nachzieh-Ente, um 1926
  • Katalog der Waldorfspielzeug und Verlag AG
  • Nachzieh-Ente im Katalog von 1930
  • Waldorf-Puppenwohnungen im Katalog von 1930
  • Wohnzimmer unserer Waldorfschul Puppenstube
  • Bilderbücher mit Ziehbildern im Katalog von 1930
  • Waldorf-Märchenbuch mit Ziehbildern aus unserer Sammlung
  • Waldorf-Malkästen im Katalog von 1930

Ente sucht Kücken

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und ob wir diese hölzerne Nachzieh-Ente als schön empfinden, tut auch nichts zur Sache. Sie wurde zweifellos tief in Kinderherzen geschlossen und sehr geliebt, denn die Ente zeigt deutliche Gebrauchsspuren. Diese Nachzieh-Ente ist robust! Wilde Spiele hat sie tapfer pariert. Sie war so schnell nicht kaputt zu kriegen. Ihre Gestalt ist reduziert und im Entensinne auf Wesentliches beschränkt: Ein eiförmiger Körper mit seitlich zwei gut „laufenden“ runden Scheibenrändern, daraus aufragend ein keulenförmiger Kopf mit Hals daran, zwei Holzleisten bilden den aufgesperrten Schnabel. Der handgeschnitzte Körper ist mit unregelmäßigen Sechsecken überzogen. Ihr Entenblick kommt aus zwei schwarz aufgemalten, ovalen Augen. Die am Bauch befestigte Ziehschnur ist nur noch zum Teil vorhanden.

Dieses ungewöhnliche Tier habe ich in einem angesehenen Auktionshaus ersteigert. Gottseidank waren wir die einzigen Interessenten, denn sonst wäre es (noch) teurer geworden! Aber was ist so besonderes an dieser Holzente?

Es ist eine Waldorfschul-Ente wie sie seit 1926 in Stuttgart hergestellt wurde. Seit Gründung der ersten Waldorfschule im Jahr 1919 durch Emil Molt und Rudolf Steiner und der Verbreitung der anthroposophischen Lehre und der Waldorfschulpädagogik entstanden bald geeignetes Spielzeug und Bücher für diese neue reformpädagogische Richtung.

Seit 1926 gab es dafür die „Waldorfspielzeug und Verlag AG“. Unser Entchen stammt aus dieser Fabrikation. Im Katalog von 1929/30, der sich in unserer Sammlung befindet, ist die Ente auch abgebildet. Dort ist sie sogar farbig angemalt und hat noch ein Entenkücken neben sich. Ja, dieses Kücken hätten wir natürlich auch gerne! Unsere kleine waldorfpädagogische Sammlung darf gerne noch weiter wachsen.

Das Katalog-Bilderbuch zeigt weiteres pädagogisches Spielzeug im Angebot: z.B. eine antroposophische Puppenstube (so eine haben wir auch schon, siehe blog vom 11.4.14, aber leider ohne Puppenkinder!), Ziehbilderbücher (wir haben eine Dornröschenausgabe) und Malkästen, mit denen man das Spielzeug in den entsprechenden Waldorffarben bemalen konnte. Unser Entlein ist „farblos“ geblieben, warum auch immer, aber wir haben es auch in seiner rohen Naturform gerne gekauft.

 

 

 

 

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  1. Pingback: Stadtmuseum Stuttgart - locker, flockig, praktische und visionär (5)
  2. Wie anrührend! Ich hab mich spontan in das Entlein verliebt! Dass dann dahinter noch so eine interessante Produktionsgeschichte steckt, lässt es mich nur noch lieber mögen!
    Tolles Blog, schöne Geschichten!
    Freue mich auf mehr.
    Herzlichen Gruß aus dem Rheinland
    Anke aka Kulturtussi

  3. Hallo,
    ich hab eine Ente wie im Katalog abgebildet und kann Ihnen diese gerne anbieten. Es ist aber wohl die große Version in gelber Farbe mit grünen Rädern.
    Ich habe eine Auktion der unbemalten Ente bei Quittenbaum gesehen. Gerne send ich Ihnen Bilder der Ente zu.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd

    • Ja, gerne, ich schaue mir die Fotos natürlich an.
      Wir können auch telefonieren. Einfach anrufen oder mailen, bin als Sammlungsleiterin auf unserer Homepage leicht zu finden.
      Erwartungsvolle Grüße
      Edith

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