• Kleiner Abguß der "Nike von Samothrake", der geflügelten Siegesgöttin. Aus dem Ehrengaben-Bestand des Stadtmuseums
  • Das Wörterbuch "Deutsch für Griechen" stammt aus dem Jahr 1961. Ob Wergo wohl auch erst einmal Deutsch lernen musste?

Panagiot Wergo – Stuttgarts erster Grieche?

Nachdem mein Suchaufruf zu Else Rocca bereits sehr ertragreich war, starte ich heute einen weiteren Versuch. Über die heutige Person weiß ich schon ein wenig mehr. Was fehlt, sind Objekte, ein Porträt etc. Vielleicht kennt ja jemand jemanden, der wen kennt….

Also. Heute soll es um Panagiot Wergo gehen. War er der erste griechische Stuttgarter/ Stuttgarter Grieche? Spannend ist seine Lebensgeschichte in jedem Fall. Geboren wurde er am 16.5.1767  in Konstantinopel, er war ein Weltenbummler des 18. Jahrhunderts: Als Sohn des Kaufmanns Apostoli Wergo hatte er bereits in St. Petersburg und London gelebt, bevor er durch seine Heirat mit Catharina Hemmerling 1791 nach Stuttgart kam. 1798 erhielt er das württembergische Untertanenrecht sowie das Stuttgarter Bürgerrecht. [1] Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 19.11.1800 Henriette Auguste Charlotte Feuerlein (1779 – 1818), Tochter des Regierungsrats Carl Feuerlein , nach deren Tod wiederum 1819 Elisabeth Duttenhofer, Tochter des Landschaftseinnehmers Jacob Friedrich Duttenhofer. Durch die Ehen, insbesondere mit Charlotte Feuerlein, gelang ihm der Aufstieg in die Stuttgarter Gesellschaft. In seinem Haus in Cannstatt soll sogar Hölderlin im Frühjahr 1792 genächtigt haben – kurz vor dessen Abfassung des „Ur-Hyperion“. Zufall?

Wergo war aber auch als Unternehmer tätig, in Cannstatt gründete er 1807 eine „Türkisch-Garn-Fabrik“, eine Garnfabrik in Verbindung mit einer Baumwollspinnerei.
Wergo starb am 30. 4.1843 in Stuttgart.

Wergos Lebenszeit in Stuttgart fällt damit zusammen mit einer allgemeinen Griechen-Begeisterung, die in den 1820er Jahren mit der Auflehnung der Griechen gegen die Türken begonnen hatte. Neben der Unabhängigkeitsbewegung wurden die griechische Antike, die Literatur und humanistische Bildung, bewundert. 1821 wurde in Stuttgart daher bereits ein Griechenhilfsverein gegründet, er war wohl der zentrale und bedeutendste Verein dieser Art in Deutschland. Der Verein wollte den Griechen durch Hilfeleistungen wie beispielsweise Kleidung helfen. Inwiefern hier Wergo wirken konnte, konnte ich noch nicht herausfinden. Eine schöne Geschichte wäre es in jedem Fall…

 

 

[1] Siehe HSTA  E 31 Bü 952: Verleihung des Untertanenrechts an den griechischen Kaufmann Panagiot Wergo in Stuttgart, 1798.

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