• Hip Hop im Stadtmuseum - u.a. mit der Maske von "Cro"
  • Die Maske von Cro - eines von vielen schönen neuen Objekten

Der »King of Raop« kommt ins Museum

Es gibt sie, solche Tage eines Museumsmitarbeiters, in denen man vor lauter Freude  über neue Objekte an die Decke springen möchte. Heute war so ein Tag. Nachdem ich in den vergangenen Wochen bereits wunderbare Objekte zum Thema »Hip Hop in und aus Stuttgart« sammeln konnte, konnte ich heute ein Objekt abholen, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt: Die Maske von Cro. Ja, denn auch aktuelle Chartstürmer wie Cro kommen bei uns ins Museum!

Für alle die ihn nicht kennen (und das dürften angesichts der großen Erfolge, die er zurzeit wieder feiert, nur einige wenige sein): Cro ist ein Künstler, der beim Stuttgarter Label »Chimperator« unter Vertrag steht und stets mit einer Panda-Maske auftritt, um seine Anonymität zu bewahren.

Dieses Exemplar der Maske hat Cro in den vergangenen Wochen getragen und sie riecht schon noch ein bisschen nach Bühne … Später wird sie einmal in der Ausstellungseinheit der »Stadtgespräche« zu sehen sein, ein ganzer Themenblock wird sich hier mit der Stuttgarter Hip Hop Szene auseinandersetzen: Dabei spannen wir einen Bogen von den Fantastischen Vier, die Anfang der 1990er Jahre mit »Die Da« deutschen Hip Hop salonfähig machten, bis eben zu Cro, der mit seiner Mischung aus Rap und Pop (kurz: Raop) die Stuttgarter Hip Hop Szene wieder bundesweit ins Gespräch bringt. Natürlich werden dabei auch andere erfolgreiche Stuttgarter wie die Massiven Töne,  Freundeskreis um Max Herre, Afrob u.v.m. eine Rolle spielen.

Hip Hop im Museum? Darauf habe ich in meinen Recherchen viele überraschte Reaktionen erhalten; Hip Hop sei also schon historisch, wurde ich da gefragt. Aber natürlich, der Sprechgesang und die damit verbundene Szene haben mehr als eine Generation an Stuttgarter_Innen geprägt. Außerdem wird hier ein überholtes Verständnis von Museum sichtbar; es muss doch nicht über alles Gras gewachsen sein, bevor es im Museum thematisiert wird – im Gegenteil! Es ist uns vielmehr ein Anliegen, im gesamten Museum Bezüge zur Gegenwart zu schaffen, um auch so zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen. Daher bin ich glücklich, dass wir die Maske von Cro erhalten haben; hier werden aktuelle Bezugspunkte, gegenwärtige Geschichte(n) und Fragen für viele sofort offensichtlich sein.

Ich persönlich freue mich außerdem, dass schon weitere wirklich tolle Objekte aus den 1990er Jahren in die Sammlung gehen konnten, so auch Flyer des ersten Hip Hop Mittwoch von DJ Dirty Daniela im Inner Rythm und ein Pullover der Kolchose (Dies war ein Hip Hop Kollektiv rund um die Massiven Töne und Freundeskreis.) Auch wenn ich selbst die 90er Jahre altersbedingt musikalisch nur ausschnittsweise mitbekommen habe und auch nicht in Stuttgart war, so vermitteln mir die Objekte und Geschichten bereits jetzt einen Eindruck von der Welt des Stuttgarter Hip Hop. Natürlich würde ich mich auch über weitere tolle Erinnerungsstücke freuen – wer also in seinem Keller noch Fotos von Auftritten, Konzert- oder Autogrammkarten besitzt, kann sich gerne bei uns melden!

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