• Wieviel wiege ich? Lösung im Text.
  • Luftkissen gegen die Schwerkraft
  • Was die Paletten halten, hält glücklicherweise auch die Statik im Wilhelmspalais!
  • Briefwaage, Küchenwaage, Personenwaage... Kapitellwaage!
  • Kapitell des Kronprinzenpalais

Der Stein des Anstoßes

Neulich haben wir uns mit einem weiteren wichtigen Detail der Ausstellungsplanung beschäftigt, dem Gewicht der Objekte. Je nachdem wo genau ein Objekt in der Ausstellung eingeplant wird, ob es stehend, hängend oder liegend präsentiert werden soll, da spielt das Gewicht natürlich eine Rolle. Einige Stücke konnten wir im Laufe der Planungen im Depot selbst wiegen. So wissen wir jetzt zum Beispiel was unsere Wirtshauszeichen, das Modell des Kaufhauses Schocken und auch einige der kleineren Exponate wiegen. Ein Objekt hat dann aber doch unsere Möglichkeiten überstiegen, zumal es nicht wie unsere schweren Objekte sonst relativ handlich auf einer Palette gelagert war. Es handelt sich um ein Kapitell des Kronprinzenpalais das bisher in unserem Lapidarium ausgestellt war. Hier war sein Platz auf einem hohen Sockel, so wie ein Kapitell eben als oberer Abschluss einer Säule oder eines Pfeilers dient. Was nun aber das Wiegen auch nicht einfacher macht, kurzum wir mussten uns Hilfe holen.

Natürlich kam hier auch schweres Gerät zum Einsatz, aber erstaunlicherweise waren es zuerst kleine Luftkissen die den schweren Block nach und nach anhoben um Platz für Keile und Gurte zu schaffen. So war es dann »relativ einfach« den Stein zu bewegen. Mit Hilfe von Paletten, Hubwagen, einem Portalkran und viel Muskelkraft der Mitarbeiter der Günter Weinreuter GmbH ließ sich das Kapitell schließlich wiegen. Es bringt ganze 370kg auf die Waage.

Mit dem Ergenbis können wir beruhigt weiterplanen, da es keine Probleme mit der Statik im Wilhelmspalais geben wird. Da wird das Kapitell ab nächsten Jahr im Herbst dann in der Dauerausstellung unter der Überschrift »Abbruch und Durchdruch« zu sehen sein.

Das Kronprinzenpalais wurde von 1846 – 1850 von Ludwig Gaab am Ende der Planie auf dem Schloßplatz erbaut. Es diente u.a. als Stadtresidenz, Ausstellungsgebäude und Kunstmuseum, bevor es 1944 bis auf die Umfassungsmauern zerstört wurde. Aus städteplanerischen Üerlegungen wird ab den 1950er Jahren der Abriss erwogen. Begleitet von leidenschaftlichen Debatten mit großer Bürgerbeteiligung erfolgt dann 1963 der Abriss des Palais.

Für die Besucher des Lapidariums noch ein Hinweis. Da es im Lapidarium zwei Kapitelle des Kronprinzenpalais und noch weitere Elemente des Baus gibt, wird auch in Zukunft das Palais hier vertreten sein.

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