Lange Nacht der Demokratie im StadtPalais – Museum für Stuttgart
Freitag, 2.10.2026
18:00 Uhr
StadtPalais
18:00 Uhr
StadtPalais
Demokratie. und wir?
Warum immer noch dafür kämpfen.
Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.
Warum müssen wir immer noch für Demokratie kämpfen? Was können uns die Erfahrungen derjenigen sagen, die sich für die Demokratie eingesetzt haben und dafür verfolgt wurden? Was folgt aus den Erfahrungen von Diktatur und Konzentrationslagern für die Gegenwart? Und was hat das alles mit uns heute zu tun?
Diesen Fragen widmen sich das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e. V. – Landesverband Baden-Württemberg, die Lagergemeinschaft Dachau der Bundesrepublik Deutschland e. V. und das StadtPalais – Museum für Stuttgart am 2. Oktober 2026 bei der Langen Nacht der Demokratie.
Im Mittelpunkt des Abends stehen nicht Vorträge oder eine Podiumsdiskussion, sondern Gespräche. Zwei Gesprächsinseln bilden dafür die Ankerpunkte im StadtPalais. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven auf Demokratie, ihre Verteidigung und ihren Verlust zusammen.
An der Gesprächsinsel des Reichsbanners geht es um die Verteidigung der ersten deutschen Demokratie. Das 1924 gegründete Reichsbanner stellte sich in der Weimarer Republik gegen die Feinde der parlamentarischen Demokratie. Viele seiner Mitglieder wurden nach 1933 verfolgt. Anhand von Bildern, Dokumenten und Biografien geht es von dieser Geschichte ausgehend um die Frage: Was heißt es, Demokratie zu verteidigen – damals und heute?
Die zweite Gesprächsinsel gestaltet die Lagergemeinschaft Dachau. Hier stehen die Erfahrungen von Verfolgung, Konzentrationslager und die Weitergabe der Erinnerung einzelner Biografien im Mittelpunkt. Daraus ergeben sich Fragen, die über die historische Erinnerung hinausreichen: Was geschieht, wenn Demokratie und Rechtsstaat verloren gehen? Was bedeutet „Nie wieder“ heute? Und welche Verantwortung folgt daraus?
Zwischen beiden Gesprächsinseln geht es um die Gegenwart. Besucherinnen und Besucher können eigene Fragen stellen, Position beziehen, auf Beiträge anderer reagieren und Gedanken festhalten. Fragen aus den Gesprächen sollen dabei durch den Raum wandern. Eine Frage, die an einer der beiden Gesprächsinseln entsteht, kann an anderer Stelle aufgenommen, kommentiert oder weitergeführt werden.
Auch die bisherigen Auseinandersetzungen des StadtPalais mit Demokratie und Erinnerung spielen dabei eine Rolle. Mit Ausstellungen und Veranstaltungen zu Fritz Bauer, zu Rassismus oder zum Verhältnis von Künstlicher Intelligenz und Demokratie hat sich das Haus wiederholt mit der Frage beschäftigt, wie historische Erfahrungen mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verbunden sind.
So entsteht im Laufe des Abends ein gemeinsamer Gesprächsraum über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Demokratie. Es gibt keinen vorgegebenen Rundgang. Besucherinnen und Besucher können jederzeit dazukommen, an einer Gesprächsinsel bleiben, eine Frage hinterlassen, widersprechen oder einfach zuhören.
Zum Abschluss kommen die Beteiligten noch einmal zusammen. Ausgangspunkt sind die Fragen und Gedanken, die im Laufe des Abends entstanden sind. Nicht die Veranstalter geben dabei ein abschließendes Fazit vor. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage:
Was bleibt offen – und was folgt daraus für uns?
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie Baden-Württemberg 2026 statt. Am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit wird in Städten und Gemeinden in ganz Baden-Württemberg über Demokratie diskutiert und gestritten. Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Bürgerinnen und Bürger sollen dabei miteinander ins Gespräch kommen.