Installationen
Installationen
Pumptrack
Urbane Bewegungsräume erleben!
Der Pumptrack ist Teil des Projekts „Urbane Bewegungsräume“ und ist eine Kooperation zwischen der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft, dem Amt für Sport und Bewegung und dem StadtPalais. Der Track darf mit allen unmotorisierten BMX, Skateboards und Scootern befahren werden.
Superkraut
Eine Ode an das regionale Superfood Filderkraut
Die beeindruckende Skulptur von Tim Bengel greift die charakteristische Tropfenform und Struktur des Filderkrauts auf. Durch die kreative Verwendung von Größe und Material wird das Filderkraut künstlerisch zum „Superfood“ beziehungsweise „Superkraut“ erklärt. An ihrem neuen und finalen Standort auf der Rückseite des StadtPalais zur Urbanstraße hin, erinnert die Skulptur an die große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Filderkohls für Stuttgart und die gesamte Region.
Das Filderkraut ist weit mehr als nur ein lokales Gemüse – es symbolisiert die kulinarische Tradition und das kulturelle Erbe der Filderregion. Schon König Wilhelm II. erkannte den Wert dieses besonderen Krauts und ließ es sich direkt vom Filderboden liefern. Die Skulptur, die diese einzigartige Silhouette des regionalen Superfoods aufgreift, ist eine Hommage an das Filderkraut und würdigt dessen tief verwurzelte Bedeutung in der Geschichte und Identität der Region.
Die Realisierung des Projektes wurde durch den Gemüsering Stuttgart ermöglicht.
Datenbank
Datenbank – Kunst im Museumsgarten Ein Stück Stadtgeschichte
Werbung im öffentlichen Raum wird Stadtmöblierung genannt. Nun wurde aus Stuttgarts ältester Litfaßsäule ein neues Möbelstück für die Stadt: die Datenbank. Das erste Plakat der Litfaßsäule aus Stuttgart-Feuerbach stammt aus dem Jahr 1979, das letzte von 2010 – dazwischen liegen etwa 1000 überklebte Papierschichten mit rund 8000 verschiedenen Plakaten. So ist ein stadthistorisches Tagebuch entstanden, das wie ein Baum Schicht um Schicht angewachsen ist. Mit der Zeit haben sich Papier und Leimrückstände zu einem holzähnlichen Material verbunden, das als Werkstoff verarbeitet werden kann.
Erik Sturm fertigte die Datenbank aus einer beinahe kompletten Litfaßsäule mit Betonkern. Sie wurde zersägt, neu arrangiert und schließlich versiegelt. So bleibt dieses städtische Archiv fest verschlossen, kann Wind und Wetter trotzen und wieder ein lebendiger Teil der Stuttgarter Stadtgeschichte werden: als Kunstwerk und Sitzbank direkt vor dem StadtPalais.
Das Projekt konnte dank der großzügigen Förderung des Freundeskreises StadtPalais Stuttgart und der Otto F. Scharr – Stiftung realisiert werden.
Weitere Informationen unter: www.eriksturm.eu
Tomorrow we were open yesterday
Installation von Tobias Rehberger
Stuttgart ist eine Großstadt im ständigen Wandel. So erhielt auch der Außenbereich des StadtPalais – Museum für Stuttgart 2024 entlang der Konrad‐Adenauer‐Straße eine neue, städtebauliche Gestalt. Um zu signalisieren, dass das StadtPalais auch während der Bauarbeiten vor dem Gebäude ab Ende April 2022 bis Anfang Mai 2024 weiterhin geöffnet blieb, brachte der renommierte Bildhauer Tobias Rehberger eine temporäre künstlerische Lichtinstallation auf dem Balkon des StadtPalais an. In leuchtenden Lettern erstrahlt der Schriftzug „Tomorrow we were open yesterday“.
Die Umsetzung des Projektes wurde ermöglicht durch den Freundeskreis StadtPalais – Museum für Stuttgart e.V. und die Wüstenrot Stiftung.
Stuttgart Unlocked
Schlüsselorte & Schlüsselfrauen
Schließfächer im Zwischengeschoss
Die Schließfächer im Zwischengeschoss des StadtPalais sind oft der erste Anlaufpunkt bei einem Museumsbesuch. Die Installation “Stuttgart Unlocked – Schlüsselorte & Schlüsselfrauen” präsentiert dort 25 Stadtteile und 25 bedeutende Frauen der Stuttgarter Stadtgeschichte. Mit Kreativität und Liebe zum Detail wird der Museumsbesuch so ab der ersten Minute zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit und Gegenwart Stuttgarts. Jeder Stadtteil Stuttgarts erzählt eine einzigartige Geschichte und durch die Schlüsselfrauen werden Persönlichkeiten in den Fokus gerückt, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben Stuttgarts geprägt haben. Die Installation lädt dazu ein, die oft verborgenen Schätze der Stadt neu zu entdecken und jenen Stimmen Gehör zu schenken, die im Alltag leicht übersehen werden.
Das Projekt entstand in Kooperation mit Studierenden der Hochschule der Medien im Rahmen eines Moduls des Studiengangs Informationswissenschaften.
Lasst Euch inspirieren – die Geschichte Stuttgarts beginnt so schon vor dem eigentlichen Ausstellungsbesuch!
Staßenlaternen – Wir waren draußen drinnen
Kunstwerk von Anike Joyce Sadiq
Fünf Straßenleuchten hat Sadiq kopfüber an der Decke des Foyers installiert und an das öffentliche Beleuchtungsnetzwerk angeschlossen. Das An- und Ausgehen der Straßenlaternen innerhalb des Museums wird mit den Stuttgarter Straßenlaternen zeitgleich geschaltet, wodurch eine subtile Verbindung und Erweiterung des öffentlichen Raums entsteht. Der Entwurf greift Charakteristika des StadtPalais wie den Gussasphalt-Boden als veredeltes Straßenmaterial auf. Formal lehnt er sich an einen Kronleuchter an und verweist einerseits auf die Vorgeschichte des Wilhelmspalais als königliche Residenz, ist gleichzeitig aber ein Hinweis auf die städtische Nutzung und die dadurch entstandene öffentliche Zugänglichkeit. Das Kunstwerk ist zudem biografisch inspiriert, Sadiq ist in Stuttgart aufgewachsen. „Die Installation verbindet die Straße, den öffentlichen Raum, der allen zur Verfügung steht, mit dem institutionellen Raum des Stadtmuseums, betont diesen als öffentlichen Raum und fordert ihn als diesen heraus“, erklärt die Künstlerin.
Anlässlich der Einweihung des Kunstwerks am 24. Oktober 2017 erschien eine Publikation als Teil der Arbeit. Sadiq erinnert sich in ihrem Text: „Ich selbst bin in Stuttgart aufgewachsen, man könnte sagen: auf Stuttgarts Straßen. […] Der öffentliche Raum war unser Spielplatz, Entdeckungsort und Territorium. […] Der öffentliche Raum war auch sozialer Raum, wir waren draußen drinnen, Teil der Gesellschaft. […] Im Verhältnis zum öffentlichen Raum spielte das Licht eine wichtige Rolle: zwischen Sicherheit und Unsicherheit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. […] Die Installation verbindet die Straße, den öffentlichen Raum, der jedem Stuttgarter zur Verfügung steht, mit dem institutionellen Raum des Stadtmuseums. Als ein Ort der Vermittlung, Begegnung, Auseinandersetzung mit Stuttgart und seiner Geschichte und vor allem als ein Ort für alle Stuttgarter, stellt sich hier die Frage: Wie und durch was findet Identifikation mit der Stadt statt?“
Das raumgreifende Werk wurde von der Südwestbank beauftragt und wird dem StadtPalais als Dauerleihgabe für das Foyer überlassen.
Motorbonk
Kunstwerk von Pablo Wendel
Im Museumsgarten sorgt ein alter Mercedes-Benz-Dieselmotor immer mal wieder für Aufregung: Der laute, stinkende Motor ist in der funktionalen Installation Motorbonk verbaut. Der 1980 geborene Künstler Pablo Wendel hat sie geschaffen. Zu sehen ist ein großer roter Motor in langer Verbindung mit einem Auspuff. Er erinnert an einen Lautsprecher. Spannend: Wenn das Kunstwerk in Betrieb ist, versorgt es das StadtPalais sogar mit Strom. Meistens liegt es still da.
Das Werk symbolisiert die Energiewende und die Erneuerung von Mobilitätskonzepten. Der Motor ist als Herz eines Autos zu verstehen. Dieses Herz wurde ihm entrissen. Die Skulptur macht auf wesentliche zukunftsweisende Fragen aufmerksam und regt zum Diskurs an: Wie sieht die Mobilität von morgen aus? Welche Rolle spielen Maschinen im Leben von Menschen? Welche Übergangsszenarien sind denkbar?
Seit 2012 entwirft der Künstler Pablo Wendel stromerzeugende Kunstwerke. Er tritt unter dem Firmennamen Performance Electrics gGmbH auf. Die Firma bindet ganz unterschiedliche Akteur*innen. Und wird so zum energetischen Knotenpunkt zwischen Wirtschaft, Kunst, Kultur, Politik, Wissenschaft und Technologie.
Wilhelm II., König von Württemberg
Bronze-Skulptur von Hermann Christian Zimmerle
Die leicht überlebensgroße Statue zeigt den König als Bürger ohne Herrschaftsinsignien, neben ihm seine Hunde Ali und Ruby. Sie rückt damit eine verloren gegangene, dann wiederentdeckte Verbindung von Bürgern und König in den Mittelpunkt. Während König Wilhelm I. gleich zweimal – vor der Staatsgalerie und dem Cannstatter Kursaal – als großes Reiterstandbild in Herrscherpose im Stadtbild verewigt ist, erklärten die Bürger Wilhelm II. mit dieser Skulptur zu einem von ihnen.
Der Landesverband Baden-Württemberg für Hundewesen e.V. fasste 1983 anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums den Beschluss dem letzten württembergischen König ein Denkmal zu setzen. Damit sollte Wilhelm II. nicht nur als toleranter und liberaler Landesvater, sondern auch als Tier- und Menschenfreund gewürdigt werden. Der Vorsitzende des Verbandes, Tierarzt Dr. Hugo Gehring, nahm das Heft in die Hand und beauftragte 1986 auf eigene Kosten den Bildhauer Hermann-Christian Zimmerle mit einem Entwurf. Entscheidender Akteur zur Realisierung wurde der Journalist, Autor und Verleger Hans-Frieder Willmann, der 1989 einen Spendenaufruf initiierte und eine Bürgerinitiative um sich scharte. Hans-Frieder Willmann machte deutlich, dass Wilhelm II. vor allem als Bürgerkönig wieder in Erinnerung zu rufen sei. Die Stuttgarter Stadtverwaltung war von diesen Plänen ebenso wenig begeistert wie die Ministerialbürokratie des Landes und beide weigerten sich beharrlich, einen Platz für das Denkmal zur Verfügung zu stellen. Diese ablehnende Haltung vermochten jedoch über 1.300 Stuttgarter zu ändern, die dem Aufruf folgend, knapp 250.000 DM spendeten. Aus Sicht des Verkehrsvereins Pro Stuttgart e.V. – jener hatte sich der Initiative mittlerweile angeschlossen – war damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich breite Bevölkerungskreise dieses Denkmal wünschten. Schlussendlich fand die von der Bevölkerung favorisierte Bronzeplastik mit Hunden am Wilhelmspalais ihren Platz. Am 7. Mai 1991 wurde sie von Hermann-Christian Zimmerle der Öffentlichkeit übergeben.
Das StadtPalais – Museum für Stuttgart führte in den Jahren 2021 und 2022 einen ergebnisoffenen Diskurs über den letzten württembergischen König Wilhelm II. und das Denkmal zu seiner Person im Museumsgarten des StadtPalais. Drei Hefte dokumentieren nicht nur einen Teil des geführten Diskurses, sondern Halten auch Zwischenergebnisse von Recherchen sowie die Erinnerungen von Zeitzeugen fest und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an den letzten württembergischen König.
Zu den Publikationen
Akustischer Stolperstein Klara Leucht
von Medienkünstler Jürgen Czwienk
Der Akustische Stolperstein am Eingang des StadtPalais in der Urbanstraße ist der erste seiner Art. Er erinnert an das Schicksal der im Nationalsozialismus ermordeten Stuttgarterin Klara Leucht.
Klara Leucht wurde im September 1924 geboren, sie war körperlich und geistig behindert. Im Alter von 17 Jahren wurde sie aufgrund ihrer Behinderung eingeschläfert. Die vertonten Briefe der Eltern und die amtliche Stellungnahme des Arztes geben einen Einblick in die Unmenschlichkeit dieser Taten. Hinter der amtsärztlichen Anweisung „Behandlung empfohlen“ verbarg sich die Aufforderung zum Töten.
Mit einer Handkurbel können Interessierte selbst Strom erzeugen und so die vier Tonbeiträge auf dem Akustische Stolperstein abrufen. Zu hören sind zwei persönliche Briefe der Familie Leucht, ein Musikstück sowie ein Informationstext zu den Hintergründen der Stuttgarter Kindermorde während des NS-Regimes.