Stuttgart im Rausch
11 Jahre take – Ekstase, Sucht & Safer Nightlife
Eine Ausstellung für alle Menschen, die schon einmal das Stuttgarter Nachtleben besucht haben, sich berauscht haben, im Tanz, mit Alkohol oder anderem. Auch sehen wir an aktuellen Berichterstattungen zu den Abwasseranalysen, dass wir uns hier keineswegs mit einem Randthema aufhalten.
Anlässlich des elfjährigen Jubiläums von take Stuttgart haben die Ehrenamtlichen und Festangestellten Mitarbeitenden diese Ausstellung entworfen und umgesetzt.
Sie nimmt sich den Gesundheitsthemen vor allem in Bezug auf Rausch und Risiko der Nacht an und gibt Einblicke in eine noch sehr junge Arbeit in Clubs, auf Open Air Partys und Festivals. Take bietet auf Events einen Infostand mit Informations- und Safer Use Material an, falls erforderlich wird eine PsyCare, die psychedelische Notfallambulanz, bereitgestellt. Durch ihren starken Szenebezug und dem Selbsthilfe Charakter ist dies eine der seltenen Gelegenheiten die Themen der Nacht in den Tag zu holen.
Stuttgart ist, auch ohne großen Bekanntheitsgrad, durchaus fortschrittlich im Bereich der Sucht- und Drogenhilfe. Release Stuttgart e.V. (der Träger von take) setzt sich durch die Weiterentwicklung von schadensminimierenden und Stigma reduzierenden Angeboten im Rahmen der akzeptierenden Drogenarbeit für die Bedarfe von substanzkonsumierenden Menschen in Stuttgart ein.
Begonnen mit dem „Spritzentausch“ in den 70er Jahren ist das Angebot „take Stuttgart“ (ca. 50 Jahre später) die logische Weiterentwicklung evidenzbasierter Suchthilfe. Niedrigschwellig und auf Augenhöhe durch das Engagement der Ehrenamtlichen werden Zugänge zur Suchthilfe erleichtert.
Die Exponate leiten die Besuchenden vom Beginn der akzeptierenden Suchthilfe in Stuttgart durch eine Auseinandersetzung mit den Themen Rausch und Risiko sowie Schadensminimierung und akzeptierende Haltung in die aktuelle Zeit. Doch was hat das nun mit der Nachtkultur zu tun? Wie werden sich die Themen in der Zukunft entwickeln?
Take bringt die Themen der akzeptierenden Arbeit dorthin, wo Konsum, Rausch und Hedonismus stattfindet. Gerade im aktuellen Zeitgeist mit dem veränderten Ausgehverhalten, dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis sowie einem allgemein größeren Bewusstsein zu mental Health Themen sind dies zukunftsweisenden Themen im Nachtleben.
Wir laden ein in unser Reallabor und erkunden die Ausstellungsstücke als Zeitzeugen einer vergangenen und einer noch fiktiven Zukunft.