Vergangene Ausstellungen im Stadtmuseum Bad Cannstatt

Moving Spaces – Räume in Bewegung: Fotografien von Gilbert Garcia

Eindrucksvolle Ausstellung

Wie entsteht ein Ort – und wem gehört er? Die Ausstellung „Moving Spaces – Räume in Bewegung“ geht dieser Frage anhand der Arbeiten des Fotografen und Skaters Gilbert Garcia nach und zeigt, wie Menschen sich städtische Räume aneignen: durch Bewegung, Wahrnehmung und persönliche Praxis. Im Zentrum steht das Skaten als eine Form der räumlichen Aneignung.

Auf dem Skateboard erkundet der Fotograf und Skater Gilbert Garcia den Stadtbezirk Bad Cannstatt. Durch seine Fahr- und Blickwege eröffnet er neue Sichtweisen; Skateboarding und Fotografie wirken dabei zusammen: Sie verschieben Perspektiven, markieren Übergänge und erzeugen neue Bedeutungsräume. Seine Fotografien dokumentieren, wie öffentliche Räume genutzt, geprägt und immer wieder neu verhandelt werden. Manche Orte werden zu inoffiziellen Treffpunkten, andere zu Rückzugsräumen; manche werden geduldet, andere reguliert oder entzogen. Die Fotografien werden ergänzt durch videografisches Material von David Stockburger.

Die Ausstellung verwebt Porträts, Ortserkundungen und partizipative Formate und lädt dazu ein, über städtische (Frei)Räume, über Subkultur und über die Frage nachzudenken, wie Orte entstehen – und wie sie wieder verloren gehen.

Gilbert-Garcia Dias, geboren in Bad Cannstatt, fotografiert seit 2019 analog das Leben im Stuttgarter Raum. Mit der Kamera begleitet er Menschen, Orte und Ereignisse aus der Skate- und Stadtkultur. Seine Arbeiten entstehen oft aus der Bewegung heraus: Zwischen Porträts und dynamischen Aufnahmen auf dem Skateboard.

Laufzeit: 23.01.2026-24.05.2026

Cannstatt, Kübler, Felbaköpf – Eine Familie, viele Gesichter

Mit dem ersten Großen Küblerball 1924 nahm alles seinen Lauf. Nur ein Jahr später – 1925 – gründeten engagierte Cannstatter den Kübelesmarkt. Der Verein ist seither nicht mehr aus der Region wegzudenken. Er wurde zur Institution für Fasnet und Brauchtum und hat Traditionsveranstaltungen wie Narrentreffen, Kübelesrennen oder Fischerstechen etabliert.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Cannstatter Fasnetsfiguren, historische Trachten, sowie viele sehenswerte Einzelstücke und beleuchtet die Menschen hinter Häs, Instrument und Maske. Bewegte Bilder, spannende Führungen und Mitmachaktionen für Groß und Klein machen das Bad Cannstatter Brauchtum erlebbar.

Eröffnung: 23.10.2025, 18:00 Uhr

Laufzeit: 24.10.2025 – 11.01.2026

Narrenfigur

„Made in Almanya – Zwischen hier und dort“

Made in Almanya, Frau in schwarzer Kleidung sitzt auf einem Stuhl, Blick nach links.

Das Stadtmuseum Bad Cannstatt lädt Sie herzlich zur Erkundung der Ausstellung „Made in Almanya – Zwischen hier und dort“ der Bad Cannstatter Künstlerin Dilây Ibis ein. Die Ausstellung beleuchtet, wie die Enkelgeneration jener Menschen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren als sogenannte Gastarbeiter*innen nach Deutschland kamen, ihre Identität zwischen den beiden Kulturen navigiert. Aufgewachsen in Deutschland und zugleich stark mit der Türkei verbunden, stehen sie im Spannungsfeld zweier Kulturen und begegnen der Herausforderung, diese in ihrer Identität zu vereinen. Dieses Spannungsfeld prägt Ibis‘ Arbeiten und wird besonders in der Darstellung deutsch-türkischer Speisen sichtbar. Die Gerichte stehen symbolisch für Heimat und familiäre Erinnerungen und zeigen zugleich, wie sehr diese kulinarische Tradition inzwischen in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist. Skizzen aus Bad Cannstatt und der Türkei ergänzen die Ausstellung und geben einen persönlichen Einblick in den Alltag und die Orte, die die Identität der Künstlerin mitgeprägt haben. Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung sind Videoreportagen der Videographen Savvas Grammatikopoulos, Balraj Singh Barpagga, Armstrong Frimpong und Sercan Aşik, die die Perspektive erweitern und Geschichten und Erfahrungen von Menschen aus Bad Cannstatt erzählen – darunter die von Ibis’ Großvater, der als junger Mann nach Deutschland kam.

Dilây Ibis‘ Kunst lädt mit feinsinnigem Humor und ironischem Unterton auf eine Reise durch die deutschtürkische Lebensrealität ein. Durch ihren sensiblen Blick auf Themen wie Rassismus und Vorurteile eröffnet sie Perspektiven auf alltägliche Erfahrungen und die reiche Vielfalt dieser Gemeinschaft. Ihre Werke laden die Besuchenden dazu ein, über die eigenen Vorstellungen von Identität und kultureller Zugehörigkeit nachzudenken.

Dilây Ibis, geboren am 23. August 1997 in Bad Cannstatt, schöpft in ihrer Kunst aus ihren persönlichen Erfahrungen als Angehörige der dritten Generation türkischer „Gastarbeiter*innen“ in Deutschland. Ihre Werke sind geprägt von ihrer Identität als Kind zweier Kulturen, die sie auf vielfältige Weise künstlerisch verarbeitet. Mit ihren Arbeiten möchte sie die Themen Zugehörigkeit, Selbstakzeptanz und kulturelle Verschmelzung aufgreifen und gleichzeitig kritisch hinterfragen.

Die Eröffnung findet am 23. Januar 2025 um 18 Uhr im Stadtmuseum Bad Cannstatt statt. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung von einem DJ Set von lefteris.

BIPoC Kreativ Space – Erkundung des künstlerischen Safer Spaces

Die Ausstellung „BIPoC Kreativ Space – Erkundung des künstlerischen Safer Spaces“ im Stadtmuseum Bad Cannstatt zeigt Kunstwerke, die im Kulturkabinett „BIPoC Kreativ Space” von 11-12 Jährigen aus Bad Cannstatt entstanden sind. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Stadtmuseum Bad Cannstatt als Teil der Museumsfamilie des StadtPalais – Museum für Stuttgart mit dem Kulturkabinett e.V. (Kkt). Unter der Leitung des jungen Künstlers und angehenden Kunsttherapeuten Anthony B. Pool haben sich BIPoC* Kinder und Jugendliche, die Lust auf Kunst und Gestaltung haben und sich in diesem Bereich ausprobieren oder weiterentwickeln möchten, an diesen Workshops teilgenommen. Für die Ausstellung werden sie selbst zu den Kurator*innen, zeigen ihre Kunstwerke und die verschiedenen Phasen des kreativen Prozesses. Die Ausstellung kann mit mehreren Sinnen erlebt werden und lässt Raum zur Selbstbefragung: Wie wichtig ist Kreativität und Ausdrucksfreiheit im eigenen Leben? Zusätzlich haben die Besucher*innen die Möglichkeit, mit bereitgestellten Materialien selbst kreativ zu werden und die Ausstellung durch die eigenen Werke zu ergänzen.

Am Beispiel der von Pool initiierten Ausstellung zeigt sich die Notwendigkeit solcher kreativen Safer Spaces. Sie bieten den Raum, das Bewusstsein zu entwickeln, als auch die Autonomie und Souveränität des Selbst zu fördern.

Die Kinder und Jugendlichen können eigene Resilienzprozesse erkunden, nachspüren und vor allem ausbauen. Dabei zählt der Spaß in einem sensiblen Umfeld, der die Würde des Einzelnen bewahrt, ohne die des Anderen zu untergraben. Nicht zuletzt helfen solche Safer Spaces, die Zugehörigkeit in der Gesellschaft zu stärken.

Im Rahmen der Ausstellung finden Kurator*innen- und Kinder- und Familienführungen statt. Außerdem wird ein interaktives Begleitprogramm angeboten, wie ein Workshop in Kooperation mit dem Kulturkabinett. Der BIPoC Kreativ Space wird durch den Projektmittelfond „Zukunft der Jugend“ der Stadt Stuttgart gefördert.

*BIPoC steht für Black, Indigenous and People of Color und ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.

Laufzeit: 14.10.2023 – 17.03.2024

Plakat zur Ausstellung

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